In meinen Kursen zur Geruchsunterscheidung dürfen sich die Teilnehmer immer aussuchen, was ihre Hunde denn suchen, finden und anzeigen sollen.

Eine Möglichkeit ist GELD!
Die Vorteile liegen auf der Hand: Man hat es idR immer verfügbar, es kleckert nicht, es verdirbt nicht, es braucht keine speziellen Lagerungsbedingungen 🙂

Aber kann ein Hund wirklich lernen, verlässlich Geld zu finden?

Geld stinkt nicht! Oder doch?

Also Geld riecht nach allem Möglichen! Nach vielen verschiedenen Menschen, nach Essen, nach Geldbörsen und böse Zungen behaupten v.a. auch nach Drogen 😉
Also WAS bitte soll der Hund da als gemeinsames Merkmal ERKENNEN können?

Tatsächlich hat Geld – egal wohler – einen unverwechselbaren Geruch! Hunde können tatsächlich verlässlich Geld finden.
Was genau sie dabei als geruchlichen Anhaltspunkt verwenden, bestimmt mit Sicherheit jeder einzelne Hund für sich selbst. Es könnte z.B. die gepresste Baumwolle sein, aus der die Scheine selbst bestehen. Es könnte auch die abriebfeste Farbe, bestehend aus Pigmenten und Bindemitteln, sein.

Aber wie kann man dem Hund genau diesen unverwechselbaren Geruch “erklären”?

Um dem Hund zu vermitteln, dass es um das GELD geht und nicht um die zahllosen Beigerüche, muss man im Training einiges beachten:

  • Man sollte das Geld möglichst selten oder nie selbst angreifen, damit der Hund nicht meint, dass er den Geruch von “seinem Menschen” suchen soll.
  • Man sollte mit Geld aus unterschiedlichsten Quellen trainieren – vom Bäcker, aus der Apotheke, aus dem Supermarkt, von Freunden, direkt aus der Bank / dem Bankomat …
  • Man sollte das “Trainingsgeld” immer unterschiedlich verpacken, z.B. in Plastiktüten, Papiertüten, Zeitungen, Büchern, Gläsern, Dosen, Geldbörsen, …

Auch beim Verstecken selbst sollte man sehr sorgfältig sein und einerseits mit Zangen oder Pinzetten arbeiten und andererseits den gesamten Raum gleichmäßig begehen und berühren, damit der Hund nicht lernt, die Spuren des versteckenden Menschen zu suchen.
Ich habe zudem – nach Möglichkeit – auch noch immer einige Tage verstreichen lassen, bevor ich Nellie auf die Suche nach dem versteckten Geld geschickt habe.

Das verflixte Gedächtnis …

Womit wir schon beim nächsten wichtigen Thema wären – beim Gedächtnis. Das ist zumindest bei Menschen wie mir nicht so extrem gut …

Ich oder die Menschen, die ich gebeten hatte, das Geld für mich zu verstecken, haben daher jeweils Fotos von den Geldverstecken gemacht.

Wenn ich das Geld nicht selbst versteckt habe, habe ich meine Freunde gebeten, mir nur zu sagen, wie viele Geldverstecke es im jeweiligen Raum gibt. Erst, wenn Nellie nicht alle Verstecke finden konnte, bat ich um die Fotos der Geldverstecke, um wenigstens die Scheine wieder einzusammeln.

Wie sagt der Hund, dass er etwas gefunden hat?

Dass Hunde unheimlich gut schnüffeln können ist ja hinreichend bekannt. Das hilft uns Menschen aber nur bedingt weiter, denn wir selbst sind hier ja deutlich weniger begabt.

Der Hund muss also auch noch lernen, wie er uns mitteilen kann, dass er Geld gefunden hat. Dazu brauchen wir ein sogenanntes ANZEIGEVERHALTEN.

In der Geldsuche eignet sich dafür z.B. das Nasentarget. Das bedeutet, dass der Hund seine Nase für einige Zeit an die Fundstelle hält.
Ist das Geld z.B. zu hoch oben versteckt, so dass der Hund mit der Nase nicht dran kommt, kann man auch noch ein Blicktarget daraus trainieren – der Hund soll also für einige Zeit die Fundstelle mit dem Blick fixieren.

Wer noch mehr über das Anzeigeverhalten wissen möchte, kann hier im Blog nochmal nachlesen.

Die Leeranzeige

Man kann dem Hund auch zusätzlich noch ein Verhalten beibringen, mit dem er sagen kann, dass in einem Areal KEIN Geld ist. Das nennt man “Leeranzeige”.

Eine unverwechselbare Leeranzeige ist z.B., dass etwas abseits vom Suchareal immer ein Behälter mit Geld steht. Wenn der Hund im Suchareal kein Geld findet, kann er zu diesem Behälter gehen und dort seine normale Geldanzeige ausführen. Dafür kann er belohnt werden – so lohnt es sich für den Hund auch, zu arbeiten, wenn das Suchgebiet kein Geld enthält.

VIDEO – So kann die Geldsuche aussehen

Hier könnt ihr ein Video ansehen, wie Nellie nach Geld sucht.

Zu Beginn des Videos seht ihr Suchen auf kleinem Raum mit Leeranzeigen.
Danach Geldsuchen in Wohnräumen – 1x wo ich nicht weiß, wo das Geld versteckt ist und 1x wo Nellie zeigt, was sie kann, obwohl ich “schlampig” gearbeitet habe 😉
Am Ende seht ihr noch 2 Geldsuchen aus dem letzten Winter, als Nellie bereits blind war – schnüffeln ist einfach perfekt auch für ältere und beeinträchtigte Hunde!

 

Die Geldsuche im Ernstfall

Allgemeines

Geld finden und anzeigen zu können, ist für Hunde eine tolle Beschäftigungsmethode. Aber nicht nur das!

Denn die Geldsuche kann auch für den Ernstfall eingesetzt werden, wenn man Geld verlegt hat oder um misstrauischen Freunden suchen zu helfen, die daheim ihr Geld versteckt haben und dann nicht mehr wieder finden. Auch hatte ich schon Anfragen, wo es darum ging, dass jemand verstorben ist und die Hinterbliebenen nicht wussten, wo derjenige sein Geld aufbewahrt hat.

Training ohne Beeinflussung des Hundes

Für den Ernstfall muss man jedenfalls so trainieren, dass man selbst nicht weiß, wo das Geld versteckt ist! Denn da verhält man sich ganz anders, als wenn man die Verstecke kennt.

Es rentiert sich ohnehin alle Suchaufgaben so zu üben, dass die Person, die das Geld versteckt hat, nicht direkt bei der Suche dabei ist und die Person, die mit dem Hund in der Suche ist, das Versteck nicht kennt. Sobald eine Person im Raum ist, die weiß, wo das Geld versteckt wurde, besteht immer die Gefahr der Beeinflussung des Hundes – vergleiche auch meinen Blog-Artikel “Kluger-Hans-Effekt“.

Vorgehen in der Echtsuche

Damit der Hund in einer echten Geldsuche erfolgreich sein kann, empfiehlt es sich, folgende Dinge zu beachten:

  • Das Zimmer sollte in Abschnitten durchsucht werden.
  • Nach Möglichkeit sollte jeder Abschnitt von 2 Hunden oder alternativ 2x von einem Hund abgesucht werden.
  • Die Suche sollte ggf. auf mehrere Tage aufgeteilt werden.
  • Schränke sollten vorab ausgeräumt werden und deren Inhalt sollte getrennt vom Schrank abgesucht werden.
  • Ausreichend Pausen für den Hund einplanen!
  • Dem Hund immer wieder Wasser anbieten, damit die Schleimhäute gut befeuchtet sind.

Kursempfehlung

Wenn du Lust hast, mit deinem Hund auf Geldsuche zu gehen: am 1. Dezember 2020 startet mein neuer Onlinekurs (für Infos: Bild anklicken):

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