Oft ist es gar nicht so einfach, Hunde bei schlechtem Wetter geistig auszulasten und angenehm müde zu machen.

Mit kreativen Unterscheidungsaufgaben für Hunde hat man die perfekte Lösung, seinen vierbeinigen Freund auf kleinem Raum intelligent zu beschäftigen.

Was ist eine Unterscheidungsaufgabe?

Bei Unterscheidungsaufgaben (Diskriminierungsaufgaben) soll der Hund aus (ähnlichen) Gegenständen einen bestimmten Gegenstand auszuwählen.

Seine Entscheidung teilt der Hund uns dabei mit einem definierten Anzeigeverhalten mit, das vorab trainiert werden muss.
Was ein Anzeigeverhalten genau ist, könnt ihr HIER nachlesen.

Welche Unterscheidungsaufgaben für Hunde gibt es überhaupt?

Unterschiede, die mit der Nase wahrgenommen werden

Das ist wohl die Paradedisziplin der Unterscheidungsaufgaben für Hunde! Jeder kennt sie, die meisten lieben sie: die Geruchsunterscheidung!

Die Aufgaben können vielfältig sein, z.B.

  • Einen bestimmten Geruch finden (z.B. „verlegtes“ Geld, Unterzuckerung beim Diabetiker, Erdnüsse für den Allergiker, …)
  • Einen bestimmten Geruch zwischen anderen (auch ähnlichen) Gerüchen finden (z.B. Muskateller zwischen anderen Weinsorten, …)
  • Den gleichen Geruch finden, der am Start zum Anriechen verwendet wird (z.B. eine bestimmte Person, die zu einem Anriechgegenstand dieser Person passt beim Personenspürhund, …)
  • u.v.m.

Unterschiede, die mit den Augen wahrgenommen werden

Optische Unterscheidungen sind für viele Hunde deutlich schwieriger zu verstehen, was nicht heißt, dass sie das nicht trotzdem lernen können.

Bei optischen Unterscheidungsaufgaben gibt es z.B. die

  • Mengenunterscheidung:
    • Ken Ramirez hatte mit einer Hündin namens Coral experimentiert und beachtliche Ergebnisse erzielt – hier ein spannendes Video:
      https://youtu.be/WxaKYWOPSug
      Wenn Ken nichts in der Hand hält, soll die Hündin an den Tafeln die Anzahl aller Objekte in der Wanne anzeigen, wenn er ein Objekt in der Hand hält, soll sie die Anzahl der gleichen Objekte an den Tafeln anzeigen.
      Die Hündin kann Ken bei der Anzeige nicht sehen, damit sie nicht beeinflusst werden kann.
      [Anm.: mW war diese Hündin als hochaggressiv in eines von Ken’s Resozialisierungsprogrammen gekommen – man kann es also auch besser machen, als die groben Fernsehwüstlinge ohne Ausbildung …]
    • Umgekehrt haben indische Forscher kürzlich gezeigt, dass Hunde, wenn sie die Menge eines Futters bestimmen sollen, eher nicht über die Optik, sondern über den Geruch einschätzen.
      Das muss man immer berücksichtigen, dass jedes Individuum ALLE ihm zur Verfügung stehenden Sinne für die Lösung von Problemen einsetzen wird!
      Arunita Banerjee and Anindita Bhadra: The more the merrier: dogs can assess quantities in food-choice tasks; CURRENT SCIENCE 117, 2019: doi: 10.18520/cs/v117/i6/1095-1100
  • Größenunterscheidung:
    Gegenstände der Größe nach zu unterscheiden fällt Hunden relativ leicht – wer sich dafür interessiert, kann meinen Onlinekurs HIER KAUFEN.
  • Formenunterscheidung:
    Hier wird es schon etwas schwieriger – der Hund muss hierbei die Form eines Gegenstandes berücksichtigen, während Farbe und Größe entweder vergleichbar sind oder nicht berücksichtigt werden sollen.
    Den kostenpflichtigen Online-Kurs dazu könnt ihr HIER KAUFEN.
  • Farbunterscheidung:
    Bei Farben sind Hunde nicht besonders begabt. Im Vergleich zum Menschen haben Hunde nicht 3, sondern nur 2 Zapfentypen, was bedeutet, dass sie nicht so viele Farben sehen wie der Mensch: rot und grün sehen Hunde daher nicht.
    Bernhard M Spiess: Sind Hunde farbenblind? (2001). Schweizer Hunde Magazin 2001 (1):4

    Im folgenden Video arbeite ich am Anfang des Videos mit 2 Hunden an der Farbunterscheidung.
    Ab 3:20 seht ihr meinen Kater Maxi, der das sehr gut konnte.
    Ab 5:25 seht ihr mich noch im Training mit Nanni, einem Huhn, dem ich diese Aufgabe relativ einfach beibringen konnte, denn was Hunde mit der Nase können, können Hühner mit den Augen 🙂
    https://youtu.be/DJh36Q_ljGY
    Den kostenpflichtigen Online-Kurs dazu könnt ihr HIER KAUFEN.

Unterschiede, die mit den Ohren wahrgenommen werden

Hunde hören etwa gleich laut, wie Menschen und wahrscheinlich liegt die Grenze des Hörens bei niedrigen Frequenzen auch ähnlich der des Menschen. Obwohl noch nicht ganz sicher geklärt ist, ob Hunde Infraschall (unter 16 Hertz) wahrnehmen können, was ihre veränderte Wahrnehmung von Erdbeben, Lawinen oder Donner erklären könnte.

Aber Hunde sind uns Menschen in hohen Frequenzen deutlich überlegen.

Und Hunde können „Richtungshören“, da ihre Ohren mit 17 verschiedenen Muskeln gut ausgerichtet werden können. Dadurch können Hunde die Richtung aus der ein Geräusch kommt auf 2% genau orten.

Ich habe kürzlich begonnen, mit Nellie eine Geräuschunterscheidung zu trainieren – daraus habe ich einen Kurs für euch gemacht, den ihr euch HIER GRATIS abholen könnt!

Unterschiede, die mit dem Maul wahrgenommen werden

Über Haut und Schleimhaut spürt der Hund natürlich auch, wie sich ein Objekt anfühlt.

Mit Jimmy habe ich trainiert, einen gleichartigen Gegenstand zu apportieren, wie jenen Gegenstand, den ich ihm zuvor ins Maul gegeben habe. Hier die Anfänge dieses Trainings: https://youtu.be/WRkIxKWMy8w

Hierzu habe ich einen kostenpflichtigen Kurs veröffentlicht – wer mag, kann ihn HIER KAUFEN!

Auch hier muss man beachten, dass der Hund alle Sinne nützen wird, also nicht nur das Gefühl, das der Gegenstand im Maul auslöst, sondern auch sein Geschmack und sein Geruch. Außerdem kann der Hund die Gegenstände natürlich auch sehen und somit wird auch die Optik des Gegenstandes seine Entscheidung beeinflussen.

Fazit

Unterscheidungsaufgaben für Hunde sind enorm vielfältig. Hier sind der eigenen Phantasie und Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Und die Hunde lieben solche ruhigen Aufgaben, die sie geistig fordern und fördern.

Daher: ran an die Hunde – lasst euch etwas einfallen! Viel Spaß mit euren Hunden!

Wer zusätzlich zum Newsletter auch Kursinformationen für die Hundeschule in Sooß erhalten möchte, schreibt mir bitte noch eine kurze E-Mail – danke!